
Karthaus, der Hauptort im Schnalstal mit dem Rathaus, der Bank, dem Postamt und dem Artzambulatorium , sowie ein Lebensmittelgeschäft und die Bäckerei zeugen im Kleinen von einem gewachsenen Ort.
In dieser Zeit wurde die Kartause Allerengelsberg von ca. 15 Mönchen bewohnt. Durch die Auflösung des Klosters im Zuge der Reformpolitik von Kaiser Joseph II konnten die Häuser (Zellen) von der Bevölkerung erworben werden.
Das Dorf Karthaus kann auf eine alte Geschichte zurückblicken. Es ist 1326 als das Karthäuserkloster Allerengelberg entstanden, da kein anderer Ort das Bedürfnis nach Einsamkeit der 13 - 15 Mönche so gut erfüllen konnte wie dieser. Die Karthäuser liebten die Isolation so sehr, dass sogar die Mahlzeiten durch ein rechtwinklig angelegtes Schubloch in die Zellen gereicht wurden.
Zur Zeit der Bauernkriege lehnten sich die Bauern der umliegenden Höfe gegen das Kloster auf, weil sie nicht länger geneigt waren, die hohen Abgaben an die Mönche zu leisten.
1782 hob Kaiser Joseph II. von Österreich das Kloster auf und vertrieb die Mönche, so dass sie sich den sozialen und seelsorglichen Diensten zum Wohle der Bevölkerung widmeten, anstatt nur nach ihrer strengen Ordensregel zu leben. Nachdem die Mönche das Kloster verlassen hatten, erwarben Handwerker und Bauern der Umgebung die leer stehenden Zellen und Gebäude und bauten diese zu Wohnhäusern um.
Ein verheerender Brand zerstörte 1924 fast das gesamte Dörflein. Die wenigen Überreste der ehemaligen Klosteranlage wurden im Laufe der letzten Jahre unter Aufsicht des Landesdenkmalamtes restauriert und sind nun ganzjährig zu besichtigen
Der Kreuzgang, der nichts von seinem ursprünglichen Reiz verloren hat, dient in den Sommermonaten heimischen Künstlern für Ausstellungen.
Vom wöchendlichen Markt im Sommer bis zu den Konzerten am Abend und der Plausch nach dem Einkaufen, all das ist Gemeinschaft.
Von Schnalser Künstlern, die es zu internationaler Anerkennung gebracht haben, zeugt der Friedhof und der Brunnen auf dem Platze.